120 Runden Boxkampf endet grausam
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Amerika war schon immer vom Boxsport angetan. Im frühen 19. Jahrhundert war es vor allem New York, wo sich Leute aus der Arbeiter- , aber auch Oberklasse in teils unregulierten Kämpfen in den Ring stürzten. Nicht immer ging das glimpflich aus!

Obwohl sich in der gesamten Stadt immer mehr Boxställe ansiedelten, so war der Sport bei weitem nicht unumstritten und zog ebenfalls viele Kritiker an, die besonders wegen des lockeren Regelwerks das Boxen als gewaltsam und schrecklich bezeichneten. Einen Grund dafür war auch ein Kampf, der später als Kampf des Schreckens in die Geschichte des Boxens eingehen sollte.

Der Kampf des Schreckens

Um exakt 13:00 Uhr begann das schauderhafte Match zwischen Christopher Lilly und Thomas McCoy, welches traurige Berühmtheit erlangte. Rundenlimitierungen gab es damals noch nicht und so zogen sich etliche Kämpfe über Stunden hinweg. So auch dieser! Bereits in der ersten Runde wurden heftige Schläge ausgetauscht und das Ohr McCoys begann zu bluten. Daraufhin schlug dieser Lilly zu Boden und die erste Runde endete mit einem verachtenden Lächeln auf beiden Seiten.

Boxkampf 120 Runden

Beide wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass weitere 119 Runden auf sie warteten. So nahm der der Kampf seinen Lauf und die Notizen des damaligen Ringreporters zeugen von großem Kampfgeist auf beiden Seiten.

In Runde 30 bis 35 ereigneten sich einige grobe Verletzungen, welche wohl heutzutage zum Kampfabbruch geführt hätten, ganz davon zu schweigen, dass Kämpfe heute überhaupt nicht mehr so lange ausgetragen werden. Doch auch mit schwersten Blutungen aus der Nase und einem komplett zuggeschwollenen Auge auf seitens McCoys und einem Bruch auf seitens Lillys wurde der Kampf unerbittlich fortgesetzt.

In Runde 50, der Kampf dauerte nun schon über eine Stunde, war McCoy schon dermaßen mitgenommen, dass er kaum noch etwas sehen konnte. Nach weiteren 20 Runden begann das Publikum zu interagieren und forderte das Team McCoys auf das Handtuch zu werfen. Dieser verbot dies jedoch vehement und setzte seinen Kampf tapfer fort.

Runde 88, der Kampf dauert nun schon 2 Stunden, war der Punkt, an dem auch das Publikum genug des barbarischen Treibens hatte und lauthals „Shame, shame!” kund tat. Auch der Reporter merkte an “a shame to see a good man beat to death!”

In Runde 107 rang McCoy nach Luft und seine Zunge hing weit aus dem Mund heraus. Das Publikum forderte abermals „For god’s sake, take him away!”.

Doch der Kampf wurde fortgesetzt und fand schließlich in Runde 120 seinen traurigen Höhepunkt. Nach einem weiteren Treffer Lillys ging McCoy ein letztes mal zu Boden und sollte nie wieder aufstehen.

Nach 2 Stunden und 43 Minuten war der Kampf offiziell zu Ende. Genau wie das Leben des 21 jährigen Boxers Thomas McCoy. Nach weiteren Untersuchungen wurde die Todesursache auf Lungenversagen festgelegt. Diese war mit Blut gefüllt und er erstickte quasi daran…

Was geschah danach?

Nach dem grausamen Boxkampf meldeten sich unverzüglich die Kritiker der Sportart zu Wort und verurteilten den Kampf aufs schärfste. 18 Männer, darunter Angehörige des McCoy Boxstalls und auch Christopher Lilly wurden zu Totschlag verurteilt.

Ein trauriges Ende und ein damals mehr als brutaler Sport!

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